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Balkon- und Laubengang Gestaltung, Bern

Der Zugang zu meiner Wohnung erfolgt über einen 'Laubengang' der das ganze oberste Stockwerk erschliesst. Hier zirkulieren alle direkten Nachbarn und daraus entstehen viele positive Kontakte. Der Laubengang ist durch die Abendsonne im Sommer ein sehr begehrter Aussenraum, z.B. zum Abendessen oder einfach zum Verweilen. Seine Nordwest-Ausrirchtung lässt aber nur Halbschatten- und Schattenpflenzen zu, denn die Sonne ist auch im Sommer nur wenige Stunden am späten Nachmittag und Abend präsent.

Auf der anderen Seite der Wohnung, mit Ost- bis Süd-Ausrichtung, ist ein grosser gedeckter Balkon mit idealer ,fast ganztägiger Besonnung. Dieser ist sehr ruhig und ist quasi das 'open-air' Wohnzimmer.

Sowohl Laubengang wie auch der Balkon sind in Sichtbeton gebaut und nicht sehr einladend. Mit Elementen der Permakultur und Aufwertung der Bausubstanz mit natürlichen oder naturnahen Materialien soll eine 'Wohlfühloase' im Eingangsbereich und auf dem Balkon entstehen. 

Dadurch soll auch ein Vorzeigeprojekt für Permakulturanwendung im urbanen Bereich geschaffen werden. Auch Wohnungen, Balkone, Terrassen haben ein grosses Potenzial um mit Permakultur einen Beitrag zur Natur und zum eigenen Wohlbefinden zu schaffen zu können.


 

Vision

Die Vision ist zwei optisch angenehme Wohlfühlzonen zu schaffen und die vorhandenen Ressourcen und Abläufe optimal zu nutzen, ohne einen grossen Mehraufwand im Unterhalt zu generieren. Dabei sollen natürliche oder naturnahe Materialien, einheimische und standortgerechte Pflanzen und eine ansprechende Möblierung und Accessoires zum Tragen kommen. Insektenhotel, kleine Wildniszone wie auch Regenwassersammler sollen als Elemente verwendet werden.

Eckdaten

Ort

Nussbaum Quartier, Bern, Schweiz

 

Höhe

560 ü.M

 

Weitere Bedingungen

'Laubengang' und Balkon gedeckt

Projektbeginn 

Sommer 2019

Projektabschluss

Geplant Sommer 2020

 

Status

Läuft noch

Ziele Balkon, Laubengang und Wohnung

  • Den Wohnkomfort zu steigern und eine Wohlfühloase zu gestalten

  • Auszuloten was in einer verdichtet gebauten Überbauung in einer Stadt möglich ist

  • Belebung der Pflanzen- und Insektenvielfalt im Quartier und Gestaltung neuer Lebensräume

  • Geringer Aufwand für den Unterhalt (giessen) um auch längere Abwesenheiten von mehreren Wochen zu ermöglichen

  • Optimale Nutzung der Sonne, Heilkräuter, Aromapflanzen, etc., um den ‚schlechten Wetter‘ und geringer Sonneneinstrahlung im Winter entgegen zu wirken

  • Geschützter Sitzbereich für Morgenkaffee an der Sonne auch im Winter

  • Vorzeigeprojekt für weitere PK-Projekte im urbanen Bereich

Schwerpunkte sind:

Umgestaltung mit leichten baulichen Massnahmen
 

  • Biologische Baumaterialen einsetzen

  • Einsatz von Farben und Duftstoffen

  • Möbel ersetzen aus Material mit natürlichen Materialen

  • Fliessender Übergang von innen nach draussen

  • Optische Wirkung der Aussenbepflanzung auch im Innenbereich

  • Verzicht auf Innenpflanzen ausser zur Dekoration (z.B. Schnittblumen)

Massnahmen mit mehrjährigen PK Elementen
 

  • Wohnung mit leichten baulichen Massnahmen optimieren: Verputz durch natürliche Materialien ersetzen. Neues Farbkonzept mit Naturfarben, Möbel ersetzen mit natürlichen Materialien, Trennwand zu Büro entfernen und öffnen, nahtloser Übergang von innen nach aussen.

  • Laubengang (Balkon Eingangsbereich Nordseite): Freundliche Willkommenszone mit Pflanzen, Sitzecke, Brennholzstapel, Wasserfass und Kompostmaterialsammler (auch für Nachbarn). Kompostieren mit Bokashi auf Nordseite und Wurmkomposter auf Terasse.

  • Balkon Wohlfühloase mit Morgensitzplatz. Duftkräuter, Küchenkräutern, mehrjährigen Pflanzen und mediterranem Flair. Sitzplatz für 4 Personen, Gasgrill und Pflanzentröge. Verblendung der Betonmauer mit Naturstein und Holzpanelen. Vertikalbegrünung. Anstelle bisherige Balkonpflanzen Sedum und andere trocken liebende Pflanzen. Wenn möglich Wasserspeicher mit Speisung aus Wohnung oder von Dachterrasse.

Projektablauf (bis jetzt)

1. Beobachtung und Design
Aufgrund ausführlicher Gespräche und Dokumentierung der Beobachtungen wurden die Vision und die Ziele entwickelt. Speziell zu berücksichtigen sind die Vorschriften bezüglich der Gestaltung und Nutzung der Aussenbereiche der Siedlung, aber auch die exponierte Windsituation vor allem bei Biese auf der Nordseite. Speziell ist auch, dass das Regenwasser in Regenrückhaltbecken gespeichert wird, um bei Starkregen die Kanalisation. nicht zu überfordern. Daraus ist ein Anfoderungskatalog und ein Permakulturdesign entstanden.

2. Erste bauliche Massnahmen Balkon 2019

Als nächster Schritt wurden im Spätsommer Die Betonmauer die ‚baulichen‘ Massnahmen auf dem Balkon in Angriff genommen. wurde mit Natursteinpanelen verblendet und der grau gestrichene Betonboden mit Holzpanelen aus geöltem Eschenholz abgedeckt. Diese mehrheitlich optischen Massnahmen gaben dem Balkon bereits eine persönliche Note. Tontöpfe, neue Pflanzen, Vertikalbegrünung und Wasserspeicher werden in den Wintermonaten und im Frühling 2020 realisiert.
 

3. Aktivitäten 2020

Nach Pausierung in den Wintermonaten kam im März der Corona bedingte 'lock down'. Das gab Zeit und Musse am Projekt zu arbeiten und einzelne Elemente zu installieren. So habe ich auf dem Balkon und auch auf dem Laubengang je einen Regenwassertank installiert, Tontöpfe aus Terracota angeschafft und begonnen die Bepflanzung anzupassen. Auf dem südlichen Balkon ist ein mediterranes Ambiente mit vielen duftenden Kräutern und blühenden Stauden entstanden. Der Olivenbaum macht sich sehr gut auf dem Balkon und trägt schwarze Früchte. 

Auf dem nordseitigen Laubengang ist das Klima rauher und ich habe Halbschattenpflanzen gepflanzt. Eine Holzbeige mit Chemineeholz dient als Wind- und Sichtschutz. Der Regenwassertank hat sich gut integriert. Nächsten Frühling wird er ans Fallrohr angeschlossen.   

 

In den Wintermonaten möchte ich die Planung der Innenräume angehen und Offerten für den Umbau einholen. 
 

Weitere Schritte folgen...