1/1

Boden und Kompostierung

Bodenhorizonte

• A-Horizont: Auswaschungshorizont 

• B-Horizont: Anreicherungshorizont 

• C-Horizont: Ausgangs-/Muttergestein mit Kalk-, Sand-, Ton- und Granitgestein

Bodenarten

• Lehmboden 

• Sandboden

• Tonboden 

• Moorboden

Bodenverbesserung
 

Ein zentrales Element der Permakultur ist die kontinuierliche Verbesserung des Bodens und Förderung der Bodelebewesen. Hier die wichtigsten Massnehmen die sowohl den Boden verbessern wie auch die Pflanzen auf natürliche Art stärken:

Mulchen 

  • Verhindert Erosion 

  • Zur Förderung des Bodenlebens und der Bodenstruktur 

  • Mulch kann aus verschiedenen organischem Material bestehen: Grasschnitt, Heu, Stroh, Blätter, Beinwell, Brennnessel, Karton 

  • Die Mulchschicht sollte nicht zu dick sein, dass Fäulnis entstehen kann, und nicht zu dünn, damit Beikräuter unterdrückt werden 

 

Kompostieren

  • Kompost ist das Endprodukt von verrotteten pflanzlichen und tierischen Abfällen. Er ist je nach Rohmaterial und Herstellungszeit unterschiedlich zusammengesetzt und unterscheidet sich in seiner Qualität. 

  • Mit Kompost gedüngte Böden sind locker, haben eine stabile Struktur, erwärmen sich leichter, sind reich an Humus und Bodenlebewesen, weniger erosionsgefährdet, können Wasser und Nährstoffe gut speichern und sichern langfristig die Erträge. 

  • Bei der Kompostmiete auf ein ausgeglichenes Verhältnis von Luft, Feuchtigkeit und Wärme achten! 

  • Das Kompostmaterial besteht aus Pflanzenabfällen aus Haus und Garten. Die unterschiedlichen Zutaten werden idealerweise im Schredder oder mit einer Schere zerkleinert. So entstehen im Komposthaufen bzw. in der Kompostmiete hohe Temperaturen, in denen nur wenige Samen und Keime überleben. 

  • Vorsicht: ein hoher Holzanteil kann dazu führen, dass der Erde zeitweilig durch die Stickstofffixierung beim Zersetzen der holzigen Anteile (Kohlenstoff) Nährstoffe entzogen werden. 

Kompostarten
 

  • Heissrottenverfahren:
    Kompostmiete wird im Zentrum ca. 70 Grad heiss

     

  • Kaltkompostieren:
    Wurmkomposter

     

  • Bokaisch: 
    Fermentierungsferfahren

     

  • Terra Preta: 
    mit Holzkohle angereicherter Kompost

Gründüngung 

  • Ziel der Gründüngung ist, dass die Gründüngerpflanzen den Boden mit Nährstoffen und organischem Material anreichern. 

  • Gründüngerpflanzen durchwurzeln und beleben den Boden. Die ständig wachsenden Wurzeln lockern den Boden und machen diesen für viele Bodenlebewesen attraktiver. 

  • Gründüngerpflanzen düngen die Pflanzen mit ihrer eigenen Pflanzenmasse, werden gleich wieder abgebaut und erhöhen wiederum den Humusgehalt des Bodens. 

Vorteile der Gründüngung

  • Die Pflanzen beschatten den Boden und schützen ihn vor Austrocknen ebenso wie vor Erosion durch Wind und Wasser. 

  • Da der Boden belebt ist, können Krankheitserreger, die im Boden überdauern, besser abgebaut werden. 

  • Die Gründüngerpflanzen ziehen viele Nützlinge an. 

  • Leguminosen reichern den Boden mit Stickstoff an. 

 

 

Pflanzenstärkungsmittel 
 

  • Jauche 

    • Gefäss bis zu ¾ mit zerkleinertem Pflanzenmaterial z.B. Brennnessel, Beinwell, Mädesüss, Ackerschachtelhalm füllen 

    • Mit Wasser, besser Regenwasser, auffüllen und mit einem Tuch abdecken 

    • 1mal täglich Rühren 

    • Ca. 14 Tage gären lassen; fertig, wenn keine Bläschenbildung mehr 

    • Beim Ausbringen 1:10 verdünnen 
       

  • Auszug 

    • Zerkleinertes Pflanzenmaterial in Wasser/Regenwasser einweichen 

    • Nach spätestens 24 Stunden absieben 

    • Beim Ausbringen 1:5 verdünnen 
       

  • Brühe 

    • Zerkleinertes Pflanzenmaterial in Wasser/Regenwasser einweichen 

    • Nach ca. 24 Stunden ca. 30 Minuten köcheln lassen 

    • Abkühlen lassen, Absieben und 1:5 ausbringen 
       

  • Tee 

    • Zerkleinertes Pflanzenmaterial mit kochendem Wasser übergiessen 

    • Zudecken und abkühlen lassen, dann absieben 

 

 

Mischkultur 

  • Nutzt die Synergiekräfte der Pflanzen 

  • Über das Myzel der Pilze im Boden können Pflanzen miteinander kommunizieren 

  • Fördert das Bodenleben 

  • Beugt Bodenmüdigkeit vor 

  • Verhindert die Ausbreitung von Krankheiten 

  • Reduziert den Insektenbefall auf ein weniger dramatisches Niveau 

Bodenprobe
 

Es empfiehlt sich immer den Boden zu analysieren und wenn möglich eine Laboranalyse anfertigen zu lassen. Diese gibt genaue Auskunft über die Zusammensetzung des Bodens und seiner aktuellen Nährstoffe, Mineralien etc.

Eine einfachere und rasche Art für eine erste Beurteilung ist eine Schlämmprobe. Ein geübter Beobachter kann daraus bereits einiges über die Zusammensetzung des Bodens und z.B. des Humusanteils aussagen.